Allgemein

Vorstellung des Gartens

Unser Garten grenzt direkt an das Wohnhaus und bietet mit seinen rund 800 Quadratmetern viel Fläche zum kreativen Gärtnern. In den frühen zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurde das Haus gebaut und der Garten angelegt. In dieser Zeit diente der Garten als klassischer Selbstversorgergarten. Obstbäume und Sträucher sowie ein riesiges Gemüsebeet prägten bis in die Nachkriegszeit das Bild des Gartens.

Meine Großeltern (rechts) mit der Vorbesitzerin (links)

Als meine Großeltern das Haus und den Garten 1970 übernahmen, führten sie diese Tradition viele Jahre fort. Gerne erinnere ich mich an die Zeit zurück, in der ich als kleiner Bub zusammen mit meinem Opa Möhren und Radieschen säte und mich in meiner Jugend an leckeren Süßkirschen und Zwetschgen satt aß.

Meine Großeltern bei der Gartenarbeit (1970)

Mit zunehmendem Alter meiner Oma und meines Opas wandelte sich das Bild des Gartens. Das Gemüsebeet wurde stetig kleiner und die Rasenfläche immer grösser, bis schließlich nur noch ein paar wenige Sträucher, Obstbäume und ein kleines Beet vom einstigen Selbstversorgergarten übrig geblieben waren. Als Jugendlicher hatte ich natürlich keinen Bock auf Gartenarbeit und das wöchentliche Rasenmähen geschah mit großem Widerwillen.

Der kleine Michael posiert im Garten für ein Foto (1977)

Nach dem Tod meines Opas hielt meine Oma die verbliebenen Beete mit Tulpen, Tagetes und Stiefmütterchen unkrautfrei und auch ich betrachtete den Garten, der mir und meinen Freunden bisher als große Spielwiese gedient hatte, aus einem anderen Blickwinkel. Zusammen mit meinem Vater legte ich einen Gartenteich und eine schöne Sitzecke an. Schilfgras und Bambus wurde gepflanzt, zu großgewachsene Weihnachtbäume, die mein Opa ausgepflanzt hatte, wurden gefällt.

Meine Oma (1984)

Übrigens, Nutztiere wurden von meinen Großeltern nie gehalten, zumindest nicht von denen väterlicherseits. Dafür war der Vater meiner Mutter zuständig. In dem Garten von Opa Ewald tummelten sich neben Gänsen und  Puten auch Kaninchen. Gerne erinnere ich mich an die Zeit zurück, in der ich meinem Opa beim Sensen der Wiese zusah und ich beim Beladen der Schubkarre mit frischem Gras für die Kaninchen half. Beim späteren Füttern bekamen die Tiere natürlich eine Streicheleinheit, obschon ich wusste, dass es zu Weihnachten einen Kaninchenbraten geben würde.

Gänse meines Opas (um 1970)

Daher verwunderte es in der Familie niemanden, als ich eines Tages einen kleinen Hühnerstall zusammenhämmerte und wenig später ein Pärchen Zwergseidenhühner einzog. Die Tiere waren das Geschenk eines Freundes. Doch die Freude über die Hühner währte nicht lange. Nach der ersten Nacht in ihrem neuen Domizil begrüßte der Hahn am Sonntagmorgen pünktlich um 6 Uhr mit seinem Krähen die Nachbarschaft. Jalousien wurden hochgezogen, müde Gesichter lugten aus Fenstern und suchten nach dem Störenfried. Noch am selben Tag brachte ich die Tiere wieder zurück und besorgte mir später Legehennen auf dem Wochenmarkt.

Hühner beim Freigang im Garten (um 2000)

Als meine Oma altersbedingt in das Pflegeheim umzog, renovierten meine Frau und ich die Wohnung meiner Großeltern und zogen später dort ein. Uns bereitete die Modernisierungsmaßnahme so viel Spaß, dass wir danach gleich im Garten fortfuhren. Der alte Gartenteich war inzwischen kaputt und auch die Sitzecke hatte auch schon bessere Zeiten erlebt. Der vor Jahren gepflanzte Bambus, ein Phyllostachys aureosulcata ‚Aureocaulis‘ aus dem Baumarkt, breitete sich unkontrolliert aus und musste dementsprechend gepflegt werden. Doch wie pflegt man einen Bambus? Die Antwort erhielten wir im Forum der EBS Deutschland (European Bamboo Society Sektion Deutschland e.V.). Das Riesengras zog uns immer mehr in seinen Bann und so wurden wir Mitglied des Vereins, nahmen an Treffen teil und knüpften Kontakte. Innerhalb kürzester Zeit hatten wir eine ordentliche Sammlung verschiedenster Bambusarten und Sorten gepflanzt. Ein neuer Gartenteich und eine Sonnenterrasse wurden ebenfalls angelegt. Wie wir den Bambusgarten gestaltet haben, erfahrt ihr allerdings in einem separaten Beitrag.

Bambusdschungel (2011)

Im hinteren Teil des Gartens befinden sich neben den Gartenhütten eine große Sitzecke und der Kinderspielplatz unserer Tochter mit einem Trampolin, einer Schaukel und einem Sandkasten. Auf der dortigen Rasenfläche baute ich vergangenes Jahr gemeinsam mit meinem Vater ein Hochbeet für Gemüse und legte danach noch ein kleines Beerenbeet an.

Das neue Hochbeet mit Kartoffeln, Kohl und einer Zuchini (2017)

Erste kleine Ernten wurden eingefahren und die Freude und das Interesse am Gemüseanbau war geweckt. Auf den unterschiedlichsten Portalen im Internet machte ich mich mit dem Thema Gemüseanbau vertraut. Ich schaute Videos auf YouTube und verschlang diverse Artikel auf unterschiedlichsten Webseiten.

Korb mit erster Gemüseernte (2017)

Das Trampolin steht mittlerweile im vorderen Gartenteil, der selten benutzte Sandkasten ist dem Erdboden gleichgemacht und das morsche Schaukelgerüst landete im Osterfeuer. An der Stelle wird gerade an einem 32qm großen Gemüsebeet gebuddelt, fast so wie damals. – Irgendwie interessant, wie sich die Zeiten ändern!

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