Gemüseanbau

Knoblauch erfolreich anbauen

Knoblauch (Allium sativum) hat sich längst in der mitteleuropäischen Küche als Gewürz etabliert und lässt sich im eigenen Gemüsebeet ertragreich anbauen.

Knoblauch vermehrt man entweder über die einzelnen Teilzwiebeln, die sogenannten Zehen oder über die Brutzwiebeln (Bulbillen). Allerdings benötigt der Knoblauch aus der Bulbillen-Vermehrung ganze zwei Jahre zur Ernte.

Bei der Auswahl des Knoblauchs greift man am besten auf Knollen aus unserer Region zurück oder wählt Sorten, die an unsere Klimaverhältnisse angepasst sind. Erhältlich sind diese meist nur in BIO-Läden, im Landhandel oder im gut sortieren Saatgut-Versand-Handel im Internet. Gängige Sorten sind zum Beispiel der rotviolette Ajo Morado oder der weiße Blancomo de Vallelado aus Spanien.

Knoblauchzehen aus dem Saatgut-Versand-Handel

Übrigens: Rund 75% des weltweit gehandelten Knoblauchs stammt aus China, dieser kommt für einen Anbau in unseren Breiten nicht in Frage.

Die voneinander getrennten Zehen werden bis zu 5 cm tief in den Boden gesteckt. Bei einem Pflanzabstand von ca. 10 cm und einem Reihenabstand von 20 cm benötigt der Knoblauch 9 – 10 Monate zur Vollentwicklung.

Beim Stecken der Zehen zeigt das Wurzelstück stets nach unten.

Die unterschiedlich lange Entwicklungszeit resultiert aus der Pflanzzeit. Im Oktober gesteckter Knoblauch wächst schneller und besitzt dazu noch einen intensiveren Geschmack.

Im Oktober gesteckter Knoblauch zeigt bereits im November sein Knoblauchgrün

Im zeitigen Frühjahr sollten die jungen Knoblauchpflanzen mit Stickstoffdünger versorgt werden. Zur schnellen Freisetzung des Nährstoffes empfiehlt sich Flüssigdünger. Im Bio-Garten wird gerne auf Pflanzenjauchen, wie die von Brennnesseln, Beinwell oder Ackerschachtelhalm zurückgegriffen. Hat man diese noch aus dem Vorjahr vorrätig, könnte sie nun zur Düngung verwendet werden.

Natürlich hatte ich Mitte März keine Jauche parat und habe stattdessen den Kot meiner Wachteln in einem Eimer mit Regenwasser, durch stetiges Umrühren, aufgelöst.

Hühnerkot enthält ebenfalls Stickstoff und kann als Alternative dienen. Der natürlich gewonnene Flüssigdünger wird anschließend um die Knoblauchpflanzen gegossen. Zwei Wochen später wiederholt man die Prozedur noch einmal.

Danke an Sascha Singh vom YouTube-Kanal Selfbio für diesen Tipp!

Wachtelkot und Einstreu werden mit Regenwasser übergrossen
Gedüngte Knoblauchpflanzen im Frühjahr

Die weitere Pflege des Knoblauchs bestand aus regelmäßigem Gießen und Unkrauthaken. Zur Vermeidung des Unkrautwachstums und zur Austrocknung des Bodens kann frischer Grasschnitt als Mulchschicht um die Pflanzen gelegt werden.

Gras als Mulchschicht

Der im Herbst gesteckte Knoblauch bildet etwa im Juni seine Brutzwiebeln, die Bulbillen, aus. Sofern man diese nicht für die weitere Vermehrung benötigt, sollten sie abgeschnitten werden, damit die Pflanze ihre ganzen Nährstoffe an die Knollen weitergeben kann.

Brutzwiebeln (Bulbillen)

Färbt sich das Laub der Knoblauchpflanze gelb, ist die richtige Zeit ihn zu ernten. Zum Trocken bindet man die gesamte Pflanze zu einen Zopf zusammen oder lässt ihn auf dem abgeernteten Beet von der Sonne trocknen.

frisch geernteter Knoblauch

Im getrockneten Zustand wird Knoblauch kühl und dunkel gelagert. Im Frühjahr gepflanzter Knoblauch besitzt die Eigenschaft der längeren Lagerungsfähigkeit.

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